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St.Petersburg
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Ich lieb' dich, Schopfung Peters, deine
Gestrenge, einheitliche Pracht,
In dem granitenen Gesteine
Der Newa konigliche Macht...
(Alexander Pushkin)

Kronstadt

Ausflug nach Kronstadt

Viele Jahre lang konnte man von solch einem Ausflug gar nicht träumen. Kronstadt war in der sowjetischen Zeit als Militärstadt Sperrgebiet. Nicht nur ausländische Touristen, sondern auch die einheimische Bevölkerung konnten Kronstadt besuchen. Um nach Kronstadt fahren zu dürfen, brauchte man eine Sondergenehmigung, die man nur in dem Fall bekommen konnte, wenn man nahe Verwandte oder Arbeit in Kronstadt hatte. Bei gutem Wetter war die riesengroße Kuppel des Marine-Doms Kronstadt von der Küste des Finnischen Meerbusens gut zu sehen. Fast niemand konnte doch nach Kronstadt fahren und diesen Dom in der Nähe bewundern. Es entwickelten sich mehrere Legenden von der Schönheit des Doms und von seinem tragischen Schicksal. Erst 1996 wurde der Status "Sperrgebiet" aufgehoben.

Kronstadt befindet sich auf der Ostseeinsel Kotlin im Finnischen Meerbusen. Diese Stadt ist auch eine Festung, und zwar – eine einzigartige Befestigungsanlage, die aus einer Hauptfestung und 21 Forts besteht. Viele Forts wurden auf kleinen künstlichen Inseln gebaut. Früher konnte man Kronstadt nur zu Wasser erreichen. Seit 2009 verbindet der Petersburger Damm die Insel mit dem Festland. Über dem Damm verläuft eine Autobahn und jetzt fahren Busse und Kleinbusse (Marschrutkas) nach Kronstadt.

Kronstadt wurde 1704 von Peter dem Großen als Marinestützpunkt an der Ostsee gegründet. Seitdem hat es seine militärische Bedeutung nicht verloren. Heutzutage ist Kronstadt der wichtigste Marinestützpunkt Russlands an der Ostsee. Bisher sind einige Teile der Insel, sowohl einige Forts Militärobjekte, die für Besucher gesperrt sind.

Marineoffizier und Seeleute galten in Russland immer als gesellschaftliche Elite und fühlten sich dementsprechend ziemlich unabhängig. Während der Russischen Revolution meuterten Kronstädter Matrosen. Sie waren die wichtigste Unterstützung der Bolschewiki. Leo Trotzkij hat sie später "Stolz und Ehre der Russischen Revolution” genannt. Man kann also behaupten, Kronstädter Matrosen haben gewissermaßen die Revolution mit eigenen Händen gemacht. Doch 1921 kam es zu einem weiteren Aufstand der Kronstädter Matrosen. Sie waren nun mit der bolschewistischen Herrschaft unzufrieden. Dieser Aufstand wurde später Krostädter Rebellion genannt. Die Hauptlosung dieser Rebellion lautete: "Alle Macht den Sowjets und nicht den Parteien". Einige Historiker glauben, es könnte zur vierten Russischen Revolution führen, aber die Rebellion wurde gewaltsam niedergeschlagen.

Wenn man heute durch die stillen und gemütlichen Straßen Kronstadts bummelt, kann man sich die blutigen Ereignisse, die hier vor 100 Jahren stattfanden, kaum vorstellen: dieselben Straßen und Plätze waren voll von aufständischen Matrosen und Seeleuten, die die Geschichte verändern wollten. Man genießt bloß die Atmosphäre einer Seestadt: die friedlich auf der Reede liegenden Schiffe (wenn Sie Glück haben, können Sie auch ein U-Boot sehen), die schön gekleideten Seeleute auf den Straßen, zahlreiche Denkmäler zu Ehren der russischen Seefahrer und der Polarforscher, und, natürlich, die goldenen Anker an der silbernen Kuppel des Marine-Doms.


Während des Ausflugs werden Sie:

  • den Petersburger Damm entlang fahren. Wenn Sie nach Kronstadt vom Norden fahren werden, werden Sie fast 20 km über den Finnischen Meerbusen fahren und die schönen Aussichten genießen. Wenn Sie vom Süden fahren werden, wird der Weg über den Finnischen Meerbusen zweimal kürzer sein und teilweise im Tunnel gehen. Das wird vielleicht noch interessanter. Unser Reiseführer erzählt Ihnen über den Finnischen Meerbusen, über die Petersburger Überschwemmungen und über den Bau des Damms;
  • das Fort "Großfürst Konstantin" – eines der berühmtesten Fort Kronstadts – besuchen. Die Bauarbeiten begannen 1808, als man hier, neben der Insel Kotlin, eine künstliche Insel aus Holz und Steinen errichtete. Das Fort wurde mit Befestigungen und Küstenbatterien versehen. Das Fort wurde mehrmals umgebaut und diente bis zu den 1960-er Jahren als Militärobjekt. Sie werden die ehemaligen Batterien, die Kasernen und den Entfernungsmeßstand besichtigen. Von diesem Fort bietet sich eine herrliche Aussicht auf den Finnischen Meerbusen und auf die anderen Forts, unter denen auch das Fort "Alexander" ist, das dem berühmten französischen Fort Boyard sehr ähnlich ist. Dieses Fort trägt auch den anderen Namen: "Das Pestfort". Gerade hier befand sich Ende des 19. Jahrhunderts das geheimnisvolle Labor, wo die Experimente mit Pestbakterien durchgeführt wurden;
  • den Marine-Dom Kronstadt besuchen. Diese Kathedrale ist so schön, dass es doch einer Reise gewesen wäre, wenn es in der Stadt auch keine anderen Sehenswürdigkeiten gegeben hätte. Die Kathedrale wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Hagia Sophia in Istanbul gebaut. Die riesengroße Kuppel ist aus Peterhof (bei gutem Wetter auch aus St. Petersburg) gut zu sehen. Die Kuppel ist nicht vergoldet (wie es in russischen orthodoxen Kirchen üblich ist), sondern versilbert und mit goldenen Ankern verziert. Die Innenausstattung der Kathedrale ist beeindruckend: großer heller Raum, die Wände und der Boden sind mit Marmor bekleidet, verschiedene Mosaiken und Buntglasfenster. Rund um die Kathedrale herum sind an den Wänden die schwarzen Gedenktafeln mit Namen der russischen Mariner zu sehen, die im Meer gefallen sind;
  • sowohl durch die Stadt mit dem Auto, bzw. mit dem Bus fahren, als auch durch die Straßen und die Uferstraßen spazieren gehen. Sie besichtigen einen Teil der alten Befestigungsmauer, den Kaufmannshafen, den für den Fürsten Menschikow gebauten Italienischen Palast, den Petersdock, den Kronstädter Pegel, der als Bezugshöhe für das Höhensystem in Russland dient, das Peter-der-Große-Denkmal, das Stichling-Denkmal (dieser kleine Fisch hat während der Blockade viele Einwohner von Kronstadt vom Hunger gerettet) und vieles Andere;
  • eine Schifffahrt um die Forts mit der berühmten Fähre "Reeperbahn" machen*;
  • das Kronstädter Marinemuseum besuchen**;
  • auf den Glockenturm der Marine-Kathedrale steigen und die schöne Aussicht auf Kronstadt und auf den Finnischen Meerbusen aus der Vogelperspektive genießen***.

Der Ausflug dauert 5-6 Stunden. Der Ausflug kann mit dem Ausflug nach Peterhof geeinigt werden.


Weitere Information über Kronstadt kann man hier finden.




* wird im Preis der Tour nicht eingerechnet und wird extra gegen Mehrberechnug in der Navigationszeit organisiert. Es muss im Voraus gebucht werden. Auf Anfrage kann eine Fahrt mit einer Jacht, bzw. einem Motorboot, organisiert werden.

** wird im Preis der Tour nicht eingerechnet und muss im Voraus gebucht werden. Sehr zu empfehlen ist es für die Familien mit Teenagers.

*** wird im Preis der Tour nicht eingerechnet und wird extra gegen Mehrberechnug organisiert. Der Zugang zum Glockenturm hängt von dem Plan der Gottesdienste ab. Es gibt im Turm keinen Fahrstuhl.




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